Meine Unterschrift

Ihr habt Euch sicher schon manchmal gewundert, warum ich Claudia Lüthi alias Abdelghafar heisse. Die einen wissen es ja schon Abdelghafar El Bana war der Name von meinem Ex-Mann einem Ägypter. Während der Scheidung begann ich wieder zu malen und ich beschloss mit Abdelghafar zu signieren, weil mir der Name auch jetzt noch gefällt. Es gab den Einen oder Anderen oder Andere, die die Nase rümpften, weil es ein exotischer Name sei. Aber die Norm ist für mich sowieso nicht unbedingt relevant. Nun habe ich seit 2016 begonnen neben meinen Namen ein kleines arabisches „Symbol“ zu zeichnen.
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Was das genau heisst seht Ihr unten. Ich habe von jedem meiner Namen Claudia Katharina Lüthi Lenzi Abdelghafar El Bana den ersten Buchstaben genommen.
Ist eine Spielerei aber mir gefällts!
Als Beispiel eines meiner neuesten Bilder einen Felsen des Monument Valleys.
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Zeichnungsset-Box selber gemacht

Manchmal ist Mal- und Zeichnungsmaterial sehr teuer. Ich habe mir schon seit längerer Zeit eine Zeichnungsbox gewünscht, aber immer hatte es irgendwie anderes Material drin, das ich nicht wollte, oder dann fehlt Material, das ich brauchen würde.

Als ich dann zu Weihnachten eine Holzkiste mit Pralinen bekam, wusste ich sofort was ich daraus machen würde, wenn die Pralinen aufgegessen waren.

Ev. inspiriert das den einen oder anderen aus etwas gebrauchtem etwas brauchbares zu machen:

Holzkiste
Hier also die leere Holzkiste
Holzstifte
Stifte zur Arretierung einfach reingeklebt
Tablar
Hier also ein kleines Tablar gebastelt, das man an den Griffen rausziehen kann

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Samtauskleidung
Da ich Öl auf Samt male, habe ich immer irgendwelchen Samt im Haus. Roter Samt eignet sich nicht wirklich für die Malerei, dafür sieht er als Auskleidung super edel aus!!!
Befüllte Zeichnungsbox
So und nun den Inhalt rein. Klein aber fein, alles was ich brauche!

Beschädigte Zeichnungen

Ich weiss nicht ob Euch das auch schon passiert ist. Mir auf jeden Fall. In der Anfangszeit meiner künstlerischen Karriere hatte ich eine Ausstellung mit vielen Zeichnungen. Da ich mir Passepartouts nicht leisten konnte oder wollte, klebte ich die Zeichnungen auf schöne farbige Fotokartons. Ich wusste es einfach nicht besser. später wollte ich diese dann wieder wegnehmen und das Papier wurde beschädigt, auch wenn ich es noch so sorgfältig ablöste. Das war echt frustrierend. Was machen. Ich verstaute die Zeichnungen irgendwo und wenn ich daran dachte, ärgerte ich mich immer wieder über mich selbst.

Interessanterweise gibt es soviel ich weiss auf dem Markt keine wirklich gute Möglichkeit Zeichnungen irgendwo aufzukleben. Später klebte ich dann mit einem Spezialpapierband auf, dass man wieder feucht machen konnte und dann ablösen. Wurde mir bei Boesner empfohlen. Selbst da sind Spuren zu sehen. Es ist sicher die beste Alternative. Auch sollte man nur ganz kleine Stücke aufkleben, nicht die ganze Länge;-)

Bitte benutzt auch nicht Pritt Klebestift oder solche Dinge, die werden nämlich mit der Zeit gelblich was richtig hässlich aussieht.

Also wie reparieren. Geht zu einem Messebauer. Die haben beidseitig klebende Folie, die ist ganz fein. Dann klebt Ihr zuerst das Bild darauf, natürlich mit der Rückseite… und dann schneidet Ihr es am Rand des Bildes aus. Ganz vorsichtig natürlich und dann löst Ihr die Schutzfolie ab und klebt ein gleichgrosses Zeichnungspapier, das etwas dicker ist darauf.

Es ist so toll, ich habe solche Freude und muss meine Bilder nicht vernichten!!!!

Wie das New York Bild entstand!

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Hier die ersten Einteilungen, ich arbeite eigentlich nie mit einer Vorzeichnung sondern fange sofort mit Ölfarbe an.
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Hier sind schon mal die ersten Licht gemalt.
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Und weiter Lichter kommen hinzu, man sieht auch ganz fein die Brücke oben angedeutet.
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Brückenpfeiler und die ersten Silhouetten der Gebäude entstehen.
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Und nun beginne ich mit den ersten Lichtern in den Gebäuden.
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Die Brücke wird etwas detaillierter gemalt, sowie die Brückendrahtseile.
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Die Lichter auf der Brücke werden gesetzt.
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Nun kommen die Lichter der Gebäude dran, was da wohl alles in diesem Moment in den Gebäuden geschehen ist.
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Die Fahnen auf der Brücke sind gesetzt, viele Details werden ergänzt.
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Und hier das fertige Bild mit der Unterschrift. Nun kann es in Ruhe durchtrocken, was mind. 1 Monat braucht, dann wird es lackiert und mit einem schönen Schattenfugenrahmen versehen.

Verpacken und Versand von Kunst

Gerade international ist es doch etwas knifflig, Kunst zu versenden. Meist kauft man ja die fertig aufgespannten Leinwände und die sind je nach Format sehr sperrig.

Wichtig ist natürlich, dass man das Paket gut polstert. Meist ist es schwierig in dem gebrauchten Format Paketgrössen zu kaufen. Ich habe daher Luftpolsterfolie auf einer Rolle und dreilagiges Karton auf Rolle gekauft. So bin ich flexibel und kann das ganze schön Polstern.

Was ich auch empfehlen würde sind Aufkleber mit der Aufschrift „Achtung zerbrechlich“ mit einem Glas als Piktogramm. Das verpflichtet die Transporteure vorsichtig damit umzugehen und verhindert dass das Paket rumgeschmissen wird. Dies kann man auch auf Rollen kaufen.

Meist gibt es in der Umgebung kleinere Firmen, die Verpackungen anbieten und die können einen auch ganz gut beraten. Gerade wenn man Künstler ist, hat man hier meist offene Türen und viel Verständnis.

Wenn man das erste Mal international verschickt ist es manchmal nicht schlecht professionelle Hilfe zu holen. Gute Adresse sind:

http://www.welti-furrer.ch/Kunsttransporte

http://www.tntswisspost.com/de

Gerade auch wenn man immer wieder mal etwas zu versenden hat, gibt einem TNT gute Konditionen, man muss nur danach fragen und kann auch ruhig mal eine persönliche Beratung verlangen.

Betr. Zoll muss man wirklich vorsichtig sein. Wenn man die Bilder „nur“ für eine Ausstellung braucht und nicht weiss, ob diese verkauft werden oder nicht ist es in Europa wichtig eine provisorische Einfuhr zu machen. Wenn man das nicht macht kann es zu happigen Verzollungskosten kommen und noch schlimmer auch zu Bussen.

Früher konnte man eine Proforma-Rechnung mit einem niedrigeren Wert angeben.

Das habe ich für Portugal gemacht und es ging mächtig in die Hose!

Man kann natürlich auch mit Carnet D’ATA arbeiten, dass ist aber sehr teuer. Ich empfehle Euch, wenn Ihr das erste Mal ins Ausland transportiert, holt Euch Rat beim Profi.

In die USA ist es wieder anders. Im 2013 konnte man dort auch eine Proforma-Invoice mitgeben (vierfach) mit einem niedrigeren Wert. Würde mich aber vorher erkundigen, ob das immer noch so ist.

Ich habe nun angefangen meine Leinwände nicht mehr fertig aufgezogen zu kaufen sondern habe mir eine Rolle Leinwand bei Boesner (Henry) gekauft. Auch dort gibt es sehr viele Varianten. Der Chef der Rahmenabteilung hat mir zu Henry geraten, weil das gute Qualität ist und beim Aufziehen keine Probleme macht. Zudem bin ich nun flexibler was die Bildgrösse anbelangt. Bitte bedenkt aber das Ihr auf jeder Seite mind. 7 cm frei lässt, damit das Bild dann auch ohne Schaden aufgezogen werden kann. Es lohnt sich da etwas grosszügiger zu sein!

Achtung Betrüger

Wir Künstler sind sehr begehrt bei Betrügern weil wir uns über Kaufinteressenten über Kunst natürlich sehr freuen. Mir geht es jedenfalls so.

Wenn also einer ein Bild oder sogar mehrere kaufen will, bin ich sofort dabei. Es gibt verschiedene Faktoren wie man sich vor Betrügern schützen kann, bzw. wie man diesselben enttarnt.

  • Niemals Bilder verkaufen bevor nicht das Geld auf dem Konto ist! Wenn das manchmal noch so hart scheint, aber es ist unbedingt wichtig!
  • Keine Checks annehmen, diese kann man schlecht checken, es ist sehr aufwändig und teuer. Es gibt heute andere Möglichkeiten Geld zu bekommen.
  • Sich nicht zur Eile drängen lassen. Meist ist es so, dass die Betrüger zur Eile drängen. Denkt mal genau nach, wenn jemand Kunst kaufen will und es eilig hat, irgendwie passt da doch nicht.
  • Sich ja nicht dazu verleiten lassen, etwas über eine Grenze zu schmuggeln, auch wenn das noch so sicher sei! Habe ich auch schon erlebt, bin dann natürlich nicht darauf eingegangen, wäre um Geldwäsche gegangen.
  • Wenn jemand mehr Geld per Check bezahlen will und dann zu viel Geld bezahlt hat, ist definitiv etwas nicht koscher. Meist handelt es sich dabei um die Masche, dass man dann das Geld als ehrlicher Bürger zurück zahlt man hat ja den Check und swusch ist es weg und der Check nicht gedeckt.
  • Wenn es viele Rechtschreibefehler hat im Email, dann ist auch Vorsicht geboten.

Wenn man nicht sicher ist, kann man dem Käufer z.B. Zahlung per Western Union (das ist wirklich weltweit möglich) oder Paypal anbieten. Paypal ist wirklich genial, der Käufer kann dort auch mit Kreditkarte bezahlen, aber es ist für den Verkäufer auch sicher. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Es gibt ganz schlaue die Ihnen eine Ansicht einer Paypal-Gutschrift schicken und dann auf eine gefälschte Paypal-Website einen Link leiten. Auch hier gilt immer selber Paypal neu in den Browser eingeben damit Sie sicher sind dass Sie auf der richtigen Paypal-Seite landen und dann Ihr Konto checken.

Der neueste Betrugsversuch war eine chinesische Firma die Prints von meinen Bildern bestellte. Am Anfang waren es nicht soviele aber mit jedem Mail, das ich schickte wurden es mehr. Am Schluss war es eine gigantische Menge mit einem Auftragsvolumen von ca. Fr. 500’000.–. Irgendwie kam mir das komisch vor. Ich erkundigte mich bei Switzerland Global Entreprises ob Sie da mal drauf schauen könnten, weil die mir auch einen Vertrag schickten, der eigentlich seriös daher kam.

Diese Organisation hat Leute im betreffenden Land und kann vor Ort schauen, ob es die Firma überhaupt gibt. Auch in diesem Fall war klar, alles Betrug.

Hier der Link zur Website: http://www.s-ge.com/de

Wenn Sie also merken, dass irgendetwas nicht koscher ist, brechen Sie den Kontakt sofort ab, lassen Sie sich nicht auf Diskussionen ein.

Einer war mal ganz frech und hat mir noch gedroht, als ich dann aber gesagt habe ich schalte die Polizei ein war es vorbei!

Aber jetzt bitte nicht das Handtuch werfen, es gibt sehr viele ehrliche tolle Leute auf dieser Welt, die ein Bild kaufen! Also nicht jetzt vor lauter Vorsicht sich nicht mehr online verkaufen wagen! Wenn man vorsichtig ist kann eigentlich ja gar nichts passieren.

Lassen wir uns also den Kunstverkauf nicht durch Betrüger verderben und freuen uns, wenn Leute sich an unseren Bildern freuen.

Nächstes Mal gehts um das Verpacken und den Versand von Kunst auch international.

Viel Grüsse und bis bald

Claudia Lüthi alias Abdelghafar

Bildpreise kalkulieren

Immer wieder merke ich, dass die Preiskalkulation für Künstler schwierig ist. Wir Künstler sind meistens keine Zahlenmenschen und man hat da immer noch dieses Dogma vom Idealismus im Hintergrund. Was ich Euch nicht empfehlen würde ist Bilder zu verschenken auch nicht an Verwandte oder Freunde, es gibt natürlich Ausnahmen. Zum 70. Geburtstag meiner Tante oder für meinen Ehemann. Es muss dann aber schon etwas spezielles sein. Ihr werdet sonst das Image des Lowprice Künstlers der auch immer gerne Bilder verschenkt nicht mehr los.

Ich würde Euch eine Kalkulation anhand von Grösse und verwendetem Material bzw. Technik empfehlen. Also Öl- oder Acrylbilder sind sicher die teuersten, Zeichnungen weniger.

Wenn Ihr ganz am Anfang steht, d.h. noch keine oder nur wenige Ausstellungen in Eurem Land in Restaurants oder Büros oder so und noch keine Galerien habt, die Euch vertreten, dann würde ich Euch folgendes Vorgehen empfehlen:

Materialpreis einsetzen

Grösse also Länge x Breite x 2

Die Zeit, die Ihr im Durchschnitt für so ein Bild einsetzt

Überlegt Euch, was Ihr für einen Stundenansatz möchtet, am Anfang würde ich Euch zwischen Fr. 30.– und Fr. 40.– empfehlen. Also anfangs eher kleinere Preise dann könnt Ihr auch mal etwas verkaufen und habt ein Erfolgserlebnis und etwas an Eure Kosten.

Hier ein Beispiel:

Bildgrösse 50 x 60 cm, gemalt Öl auf Leinwand, Zeitaufwand 20 h

Materialpreis Leinwand Henry von Boesner Fr. 21.80

Im Durchschnitt setze ich pro Bild zwei Pinsel und eine Farbtube ein (da ist dann das Malmittel mit drin) also Fr. 7.50 von Lukas

Pinsel zwei Einer fein Fr. 8.– und Einer Mittel Fr. 15.–

Also total Materialaufwand Fr. 52.30

Ich setze nun mal 20 h ein à Fr. 30.– sind 600.–

Also kommt man nun auf einen Preis für ein Bild von 50 x 60 cm auf Fr. 650.–  exkl. Rahmen.

Am besten macht Ihr Euch eine Excel Tabelle und füllt die wichtigsten Daten ein dann habt Ihr eine übersichtliche Kalkulation und könnte auch bei einem Malauftrag den verbindlichen Preis eingeben.

Nun geht natürlich das Geschrei los, ja an einem Bild habe ich länger an einem anderen weniger lang, daher ja auch der Durchschnitt!

Ihr verwirrt und verärgert Eure Kunden wenn der eine für ein kleines Bild mehr zahlt als der andere für ein grosses.

Wenn Ihr nun schon mehrere Bilder verkauft habt und ev. schon auch im Ausland ausgestellt habt werdet Ihr merken, dass das mit dem Transport und dem Zoll auch nicht ohne ist. Daher würde ich Euch empfehlen zu diesem Zeitpunkt eine Preiserhöhung zu überdenken. Diese könnte z.B. 1/4 des jetzigen Preises sein.

Ihr könnt das sehr gut argumentieren indem Ihr die Kunden darauf hinweist, dass es Transportkosten und Zollkosten gibt und dass Ihr einen grösseren Bekanntheitsgrad habt wie früher.

Aber vergesst nicht, Ihr müsst hinter dieser Kalkulation stehen.

Als Denkanstoss habe ich folgende Beobachtung gemacht. Künstler die gegenständlich malen habe eher kleine Preise, abstrakte Kunst hat im Durchschnitt die höheren Preis. Ich denke, dass ist weil man immer noch davon ausgeht, dass man von gegenständlicher Kunst nicht leben kann, dafür hat es aber in der Schweiz Beispiele, dass man das gut verkaufen und davon leben kann wie z. B. Hans Erni und Rolf Knie – Sie werden aber von der elitären Kunstszene die auf abstraktes steht verpönt.